Vom Gedenken zum Miteinander

Bürgersaal Ettlingen

Ettlingen 1938: Die Synagoge brennt. Nachbarn schauen zu – manche schweigen, manche jubeln. Diese Nacht zeigt, was passiert, wenn eine Gesellschaft sich daran gewöhnt, Menschen aus dem Wir zu streichen.

Heute sagen manche wieder: Es fühlt sich an wie damals. Und ja – man hört erneut Stimmen, die von „zu viel Fremden“ sprechen, sieht Parteien, die mit Angst Wahlkampf machen. Nur diesmal brennt noch nichts. Noch.

In Ettlingen erinnert ein Stein an die zerstörte Synagoge. Doch Steine reden nicht. Wir schon. Erinnerung darf kein Ritual sein, sie muss zur Handlung werden – bevor aus Worten wieder Feuer wird. Denn Gedanken werden Worte, Worte werden Handlungen – und daraus entsteht unser gemeinsames Schicksal. 

Und zwei Tage später, am 11.11., beginnt ein Fest des Lachens, der Farben, der Freiheit. Vielleicht ist es gerade diese Nähe, die uns mahnt: dass Demokratie beides aushalten muss: Erinnerung und Lebensfreude. 

Denn wer sich seiner Geschichte stellt, darf feiern, ohne zu vergessen. Und wer lacht, ohne zu verdrängen, hält die Freiheit lebendig.

Alena Fink-Trauschel
gemeinderat@fdp-ettlingen.de