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Ettlinger Hitzeschutzaktionsplan

Der Beitrag der FDP-Gruppe im Stadtrat von Ettlingen im Amtsblatt in der KW 15.

Der Ettlinger Hitzeschutzaktionsplan liest sich zunächst wie ein Versprechen: mehr Bäume, weniger Asphalt, kühlere Plätze, wachsame Behörden. Und ja – einiges davon passiert bereits. Grünflächen werden gestärkt, über Entsiegelung wird gesprochen, Warnsysteme greifen. An heißen Tagen hilft das konkret, vor allem den Schwächeren. Doch unter der Oberfläche zeigt sich die eigentliche Zumutung dieses Projekts. Stadtplanung ist träge, Hitze nicht. Ein Baum wächst nicht im politischen Takt, sondern in Jahrzehnten. Gleichzeitig frisst sich der Druck nach Wohnraum durch jede noch so gut gemeinte Frischluftschneise. Wo gebaut wird, verschwindet oft genau das, was kühlen könnte. Der Plan ist also kein Befreiungsschlag, sondern ein Ringen. Gegen Flächenknappheit, gegen Zielkonflikte, gegen die eigene Halbherzigkeit. Seine Wirkung hängt nicht an Konzeptpapieren, sondern an unbequemen Entscheidungen: weniger versiegeln, anders bauen, Prioritäten verschieben. Hier wird die Tatsache sichtbar, dass gewisse Entscheidungen entgegen allen Widerständen durchgezogen werden müssen, auch wenn deren letztendliche Umsetzung allen demokratischen Prozessen widerspricht. Ich erinnere an die Windkraftanlagen und deren versuchte Umsetzung. Ob Ettlingen der Hitze standhält, entscheidet sich nicht im Plan – sondern im Mut, ihn ernst zu nehmen.



Rainer Kunz

Stadtrat und Ortschaftsrat Schluttenbach